Sonntag, 27. Juli 2014
Liebe auf den ersten - ein Fahrrad auf den zweiten Blick _2_
Bei mir zu Hause liegen neben vielen Fahrrädern auch einige Listen herum: Do-Listen, ToDo-Listen, Willhaben-Listen, Einkaufs-Listen usw. Manchmal kommt es mir so vor mein Leben ist ein Listen-Leben. Was ich tun soll, kaufen oder haben will, wirklich tun soll - all das steht auf meinen Listen.
Eine dieser Listen ist besonders lang. Und wird immer länger. Nichts wird von dieser Liste gestrichen. Oft nehme ich sie zur Hand. Zeige sie sogar anderen. Denn darauf befinden sich meine Liebe auf den ersten - ein Fahrrad auf den zweiten Blick-Fahrräder. Nun, alle Fahrräder sind in gewisser Weise schon ein Wunder, eben weil sie Fahrräder sind. Aber es gibt die ganz besonderen, äußerst schönen, außergewöhnlichen, bemerkenswerten, erinnerungswürdigen und einzigartigen Fahrräder. Man sieht sie und es ist Liebe auf den ersten Blick.
Sie sind Teil meines Fahrradlebens und werden hier in Zukunft auf fahrradleben den Weiten des Webs präsentiert. Jetzt und in Zukunft. Und in der Vergangenheit habe ich schon einmal über ein Rad auf dieser Liste geschrieben.
Nun, das zweite Fahrrad der Reihe (!) Liebe auf den ersten - ein Fahrrad auf den zweiten Blick wurde für Ben gebaut. Wer Ben ist, weiß ich nicht. Aber sein Rad steht auf meiner Liste. Ein Single-Speed-Commuter aus der Edelschmiede field.
Einzelangefertigt in der britischen Stadt Sheffield. Dort haben sich ein Hersteller, ein Maler, ein Grafik-Designer und ein Ingenieur zusammengetan um solche Meisterwerke in Handarbeit zu schaffen. Es geht um die Details, den Stahl und vor allem die Lackierung.
Dieses will einfach auf meine Willhaben-Liste...
Dienstag, 22. Juli 2014
Gefahren oder geschrieben
Ich liebe das Fahrrad. Vor allem wenn die Kette surrt, der Fahrtwind mir die Nase kitzelt und sich dieses eine Gefühl in meinem Körper ausbreitet. Und dann muss ich lächeln. Lachen. Freude versprühen. Alle Menschen will ich mit diesem Gefühl anstecken. Fahren und leben.
Schreiben. Nun ja, ich saß im letzten Monat lieber auf dem Sattel als hinter dem Bildschirm. Eben staube ich die Tastatur ab mit dem Vorsatz wieder regelmäßiger Geschichten zu schreiben, fahrradleben zu schreiben. Bis bald, schreibe ich!
Mittwoch, 18. Juni 2014
Die Härtesten der Wahnsinnigen
4880 Kilometer quer durch die USA. Vom Pazifik zum Atlantik. In 7 Tagen, 15 Stunden und 11 Minuten. Mit dem Auto schon eine ziemliche Herausforderung! Und mit dem Fahrrad? Eigentlich unmenschlich, unmöglich! Nur mit Superkräften machbar.
Und die dürfte er haben. Zumindest hat er seinen Schweinehund wirklich gut gezähmt, der Christoph Strasser. Siegt zum zweiten Mal in Folge beim Race Across America. In Rekordzeit von unter acht Tagen hat es bis auf Strasser noch niemand geschafft von der West- zur Ostküste zu fahren. Als er über die Ziellinie rauschte war der zu dieser Zeit Zweitplatzierte 750 Kilometer hinter ihm. Ich ziehe ehrfurchtsvoll den Radhelm vor dieser außerordentlichen Leistung! Gratuliere dem ganzen Team und wünsche dem Rekordsieger einen angenehmen guten Schlaf. Den hat er sich nach 170 Stunden im Sattel mit nur 6:30 Ruhezeit wirklich verdient!!
Noch auf dem Weg von der West- zur Ostküste der USA befinden sich die TeilnehmerInnen des Trans Am Race. Nun diese verrückten RadfahrerInnen fahren ganz auf sich alleine gestellt, das heißt ohne Team bzw. Betreuung. Was gebraucht wird muss hier selbst mitgenommen oder auf der Strecke besorgt werden.
Ähnlich dem Transcontinental Race in Europa fahren 5 Radfahrerinnen und 38 Radfahrer 6812 Kilometer quer durch die USA. Nebenbei sind 56 000 Höhenmeter zu bewältigen. Bei so vielen Zahlen wird einem schon beim Lesen schwindlig.
Wie bereitet man sich denn auf ein so abenteuerliches Rennen vor? Mit was für einem Rad fährt man denn da? Wie sieht die Packliste aus? Nun, der 23 jährige Brite Edward Pickup ist einer der 38 Wahnsinnigen und zurzeit als Dritter unterwegs in diesem Rennen. Zudem hat er von seinen Vorbereitungen (die durchaus turbulent waren) auf seinem Blog berichtet: Ein spannender Einblick in die Welt eines Laaaaaangstrecken Radlers.
Sonntag, 1. Juni 2014
Das Fahrrad - eine Wissenschaft
Mein Fahrradherz hat in den letzten Wochen hoch höher
HOCHSCHULE geschlagen. Studierenden der Universität Graz bot sich dieses
Semester die Möglichkeit eine Lehrveranstaltung mit dem Titel „Das Fahrrad:
Geschichte – Technik – Innovation“ zu besuchen.
Bernhard Wieser, wissenschaftlicher Mitarbeiter am IFZ,
hatte die glorreiche Idee „am Beispiel des Fahrrades ein Verständnis für
technologische Entwicklungen und Innovationen zu vermitteln“. Unterschiedlichste
Beiträge über das Fahrrad wurden in einem gesellschaftspolitisch
sozialwissenschaftlichen Kontext präsentiert und von den motivierten und
fahrradbegeisterten TeilnehmerInnen diskutiert: Städteplanung und Verkehr, das Lastenrad,
Geschichte und Innovation, Fahrrad und die Emanzipation der Frauen, die Rolle
des Radsports und vieles mehr.
Zum krönenden Abschluss fuhren wir gemeinsam mit dem Fahrrad
von Graz nach Werndorf und besuchten dort die detailreiche und sehenswerte Fahrrad-Privatsammlung
von Egon Lampl. Ein paar Impressionen untermalt mit dem Fahrradlied von Binder
& Krieglstein:
An dieser Stelle ein großes Lob an den sehr engagierten,
liebenswerten und äußerst kompetenten Lehrveranstaltungsleiter und die vielen
wirklich netten TeilnehmerInnen – DANKE!
Sonntag, 25. Mai 2014
Sich einmal wie ein Profi fühlen
Und schon wieder bin ich in Versuchung geführt worden. (Und das nach so langer Schreibpause.) Mit rasanten Bildern von Orten, an die man normalerweise nur kommt, wenn man entweder viel trainiert oder den "richtigen" Arzt kennt: Also Mitten in ein Peloton umringt von schwitzenden Radprofis! Diese bewegten Bilder haben mich so mitgerissen, dass ich ein weiteres Mal, gegen meinen Willen, von der Welt des Radsports berichte.
Nun denn, winzige Technik mit viel Power versteckt auf den Rennmaschinen der Profis. Ein Komponentenhersteller der den Spaß finanziert und uns vor den Bildschirmen gewaltige Bilder von der Tour of Calefornia (Mai 2014) liefert.
Vollbild an, 1080p HD an, Ton an, festhalten und LOOOOOOOOS
Mittwoch, 23. April 2014
LESS CAR MORE GO
Es bewegt sich. In den Köpfen und auf den Straßen dieser Welt. Weil es bewegt wird. Mit Muskelkraft und Freude am Leben. Eine Bewegung bringt gesellschaftliche Strukturen ins Rollen. Sie findet statt, die tief greifende und grundlegende Umgestaltung, im globalen Aufbruch von Lastenrad, Cargobike, Bakfiets...
Liz Canning versprüht mit ihrem Projekt Enthusiasmus. (Auch ich habe ein wenig davon abbekommen - siehe oben.) Es war vor drei Jahren... Liz, eine liebende Mutter zweier Kinder, an der Ostküste der USA. Das Leben war, wie sie selbst sagte, ein wenig "tricky": die Kinder, die Krisen, die Welt und die Zeit. Da kann einen manchmal der Mut verlassen. Aber es gab da ein Ding in ihrer Garage, das machte ihr unglaublich viel Freude. Und nein, kein stinkendes Auto, sondern ein Lastenrad!
Kommt da eine Bewegung ins Rollen, die die Mobilität revolutionieren wird? Liz Canning ist überzeugt davon. Sie nutzt alle ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen um zu zeigen, wie das Lastenrad schon Menschen in Bewegung gebracht hat. Und sie will vor allem eines: Die Menschen für ihre Umwelt zu sensibilisieren und motivieren Teil zu sein von einer besseren, autofreien Zukunft.
Ihr Projekt LESS CAR MORE GO ist eine wunderschöne Idee. Sie hat über das Internet dazu aufgerufen, Teil einer Community zu werden, die sich Mobilität neu zu denken wagt und das zu dokumentieren. Weltweit fanden sich Menschen, die sich und andere auf ihren Lastenrädern filmten und fotografierten. Das Material wurde an Liz geschickt, die daraus eine Dokumentation bastelt.
Ein globales Projekt, das Vergangenes dokumentiert und viele und viel in Bewegung bringen könnte. Worauf warten? Teil werden und mitfahren in eine lebenswerte Zukunft.
LET'S MAKE IT HAPPEN
Mittwoch, 16. April 2014
Fahrrad-Geschichte(n)
Was hat eigentlich ein Vulkanausbruch mit der Entstehung des Fahrrades zu tun? Gab es vor hundert Jahren schon Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern? Wurde schon 1914 ein Amphibien-Fahrrad gebaut?
So spannend ist die Entwicklungs- bzw. Entstehungsgeschichte des Fahrrades. Und überraschend, denn was Bilder, Zeitungsartikel und die Oldtimer zu erzählen haben übersteigt auch die Fantasie eines Radenthusiasten. Ich will damit sagen, ein Blick in die Vergangenheit lohnt sich! Nun, drei Möglichkeiten in die Geschichte, die viele Geschichten des Fahrrades erzählt, einzutauchen.
Für die, die wenig Zeit haben und sich noch nicht sicher sind, ob das wirklich so interessant sein könnte, genügen vorerst 67 Sekunden...
Wer die Entwicklung des Fahrrades nicht nur in gezeichneter Form, sondern ausführlicher, detaillierter erleben möchte und ein wenig länger Zeit hat als eine Minute, dem empfiehlt sich ein Besuch im Fahrrad-Museum. Eines der größten Fahrrad-Museen mit über 350 Ausstellungobjekten, unzähligen antiken Fahrrad-Zeitschriften, Postkarten und Postern und über 2500 Besuchern täglich gibt es ONLINE, das Online Bicycle Museum. Der Eintritt ist frei und zahlt sich aus!
Und? Interesse geweckt? Zum Nachlesen in gedruckter Form kann ich ein Buch besonders empfehlen: Pryor Dodge: Faszination Fahrrad. Geschichte, Technik, Entwicklung. Bielefeld: Delius Klasnig 2011. (Übrigens, erschienen in einem ausgezeichnetem Fahrrad-Verlag.) Hier wird die Entwicklung des Fahrrades, von der Draisine bis zu aufregenden HPV-Versuchen detailliert und mit vielen Abbildungen in einem politischen und geschichtlichen Kontext nachgezeichnet.
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